“Liebe Leute, das habt ihr falsch angefangen”

Wolf Schneider über Blogs und Social Media: “Journalisten haben gerade eine so wichtige Aufgabe wie noch nie, nämlich Ordnung zu schaffen und zu überprüfen: Kann das stimmen und muss das dringend verbreitet werden?”
Wie man gut und lebendig schreibt, erklärt Sprach- und Medienkritiker Wolf Schneider nun den Bloggern
“Es wird etwas nicht automatisch gelesen, weil es geschrieben worden ist”, richtet Wolf Schneider den Bloggern im derStandard.at-Interview aus. “Wenn sie denn gelesen werden wollen, müssen sie sich ein wenig plagen und ein paar Regeln befolgen”, so der Sprach- und Medienkritiker. Wie man gut und lebendig schreibt, erklärt Schneider im neuen Buch “Deutsch für junge Profis”. Mit Saskia Jungnikl sprach er über Facebook und Twitter als Recherchequelle, Online-Journalismus, die Veränderung der Sprache und sein Videoblog auf sueddeutsche.de.
derStandard.at: Sie sind 84 und schreiben ein Buch für “junge Profis”. Heißt das, allen sprachlichen Veränderungen zum Trotz bleibt die Basis des Schreibens immer gleich?
Wolf Schneider: Die Basis bleibt sich wenigstens dann gleich, wenn man gelesen werden möchte. Die Bibel ist so geschrieben und so übersetzt, dass man sich heute eine Scheibe abschneiden könnte. Die Grundzüge einer lebhaften Kommunikation bleiben unverändert. Einzelheiten ändern sich.
derStandard.at: Sie schreiben in Ihrem Buch, zwischen Journalisten und Bloggern herrsche Krieg. Wertet der Blogger die Arbeit des Journalisten ab?
Schneider: Dafür gibt es viele Indizien. Viele Blogger verachten in der Tat Journalisten, weil diese auf ihren Pfründen sitzen, und die Blogger fühlen sich schneller, moderner und unabhängig davon, dass die Journalisten die Informationen erst filtern müssen.
derStandard.at: Sie haben in einem Interview gesagt, Sie hätten Mitleid mit den Bloggern. Sollten sich die meisten lieber ein paar Freunde suchen, als ihre Befindlichkeiten im Netz auszubreiten?
Schneider: Mitleid ist ein starkes Wort. Es ist offenkundig, dass viele Blogger zufrieden damit sind, dass sie etwas geschrieben haben, das die Chance hat, von irgendjemandem einmal gelesen zu werden. Für viele liegt also die Selbstdarstellung im Vordergrund. Früher gab es das nicht, da hätte man jemanden einen Brief schreiben sollen, oder tausend Briefe. Aber offenkundig haben sehr viele der Blogger die Hoffnung oder das Bestreben, dass sie nicht nur geschrieben haben, sondern auch gelesen werden. Und da kann man sagen, in neun von zehn Blogs, die ich mir so aus dem Netz fische, denke ich mir: Liebe Leute, das habt ihr falsch angefangen. Es wird etwas nicht automatisch gelesen, weil es geschrieben worden ist. Wenn ihr damit anfangt, dass euch der Kaffee heute nicht so gut schmeckt wie gestern, so muss man davon ausgehen: Den zweiten Satz in diesem Text will keine Sau mehr lesen.
derStandard.at: Was ist ein guter Blog?
Schneider: Das ist eine Qualitätsfrage, die ich in dieser Form nicht beantworten kann. Mir geht es immer nur darum: wie muss ein Text beschaffen sein, damit er das statistisch Unwahrscheinliche erreichen kann, nämlich gelesen zu werden. Journalisten leben damit, dass es die Ausnahme ist, dass ein Dreispalter in einer Zeitung bis zum letzten Satz gelesen wird. Dieses Übergewicht des Geschriebenen über das Gelesene hat sich dramatisch verstärkt. Demzufolge haben Blogger hier noch mehr Grund darüber zu grübeln: Wenn sie denn gelesen werden wollen, müssen sie sich ein wenig plagen und ein paar Regeln befolgen. Und darin ermutige ich sie und diese Regeln nenne ich ihnen.
derStandard.at: Viele Redakteure nutzen bereits Facebook und/oder Twitter als Recherchequelle. Was ist dabei der Vorteil, worin liegt die Gefahr?
Schneider: Der Vorteil ist, dass man an viele Informationen herankommt, die man so früher nicht hatte. So hat der neue Chefredakteur der deutschen Nachrichtenagentur dpa vernünftigerweise gesagt, Blogs und Twitter müssen wir sichten: Da ist eine Riesenmenge an Informationen im Netz, aber nun müssen wir wägen und sortieren. Die bloße Tatsache, dass aus diesem Blog etwas kommt und wenn es auch aus China kommt, besagt noch nicht, dass es etwas mit der Wahrheit zu tun hat. Dass man Lügen und Irrtümer hier vollkommen ungefiltert verbreiten kann, ist eine große Gefahr. Deswegen haben Journalisten gerade eine so wichtige Aufgabe wie noch nie, nämlich Ordnung zu schaffen und zu überprüfen: Kann das stimmen und muss das dringend verbreitet werden?
derStandard.at: Sehen Sie diese Aufgabe erfüllt?
Schneider: Normalerweise gehen Journalisten mit den Blogs überhaupt nicht um. Das ist ja eine Ausnahme, wie es die dpa macht. Viele Journalisten sind hochnäsig oder haben nicht die Zeit. Es ist ein Rohstoff, an dem die eigenen journalistischen Tugenden ansetzen müssen.
derStandard.at: Ist Spiegel Online der einzige Online-Journalismus, den Sie verfolgen?
Schneider: Ja, aber das ist kein Werturteil über die anderen. Ich kann halt nicht alles lesen. Spiegel Online bietet guten Journalismus, der sich nicht wesentlich von der gedruckten Ausgabe unterscheidet.
derStandard.at: Sie glauben, dass die Tageszeitungen aussterben werden: Sollte einem das wehtun?
Schneider: Mir natürlich, als einem alten Zeitungsmenschen. “Aussterben” meine ich auch nicht, sondern, dass sie es schwer haben werden zu überleben. Eine häufige Prognose, die mir auch psychologisch einleuchtet, lautet: Wochenzeitungen werden es leichter haben. Die Zahl der Menschen, die, nachdem sie sich täglich schnell im Internet informiert haben, einmal pro Woche Hintergrundinformationen lesen wollen, wird größer sein als die, die täglich neben der Internetnutzung auch noch ein halben Pfund Papier auf dem Tisch haben wollen.
derStandard.at: Der Verein Deutsche Sprache sieht eine “Affensprache” kommen, eine Verflachung unserer Sprache. Sehen Sie eine solche Entwicklung?
Schneider: “Affensprache” ist ein Wort, das ich niemals wählen würde. Alles in allem ist es unstreitig, dass es mit der Sprachkultur zurückgeht, soweit es die Menge der Menschen angeht, die sie haben. Ich bilde seit dreißig Jahren Journalisten aus, in Deutschland, Österreich und der Schweiz, und die Zahl der Leute, die noch korrekte Grammatik schreiben, die noch korrekte Zeichensetzung verwenden können, sinkt. Meine Prognose lautet: Wir werden wieder etwa zum Stand der Goethe-Zeit zurückkommen, als die Zahl der Menschen, die gutes Deutsch schrieben und gerne lesen wollten, ein Zehntel so groß war wie heute.
derStandard.at: Wer wäre eigentlich in der Verantwortung, Kindern, Heranwachsenden den Umgang mit der Sprache beizubringen?
Schneider: Oh Gott, in der Verantwortung wären Eltern und Lehrer. Wäre der Computer nie erfunden worden, hätten wir wahrscheinlich besseres Deutsch. Aber wer hat die Verantwortung?
derStandard.at: Der hohe Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund verändert auch die Sprache. Vor allem unter Jugendlichen ist es modern, ein Deutsch zu verwenden, das sich an keine grammatikalischen Regeln hält. Wie geht es Ihnen damit?
Schneider: Ich habe leider wenig Kontakt dazu. Ich merke mitunter in der U-Bahn oder lese allerlei darüber, dass auch 15-Jährige, die zwar Deutsch als Muttersprache haben, ihre Sprache dementsprechend ändern. Aber was ich wirklich beurteilen kann, ist die Kenntnis von jungen Berufsschreibern. Was bei denen passiert, das weiß ich genau.
derStandard.at: Wer spricht das bessere Deutsch, die Deutschen oder die Österreicher?
Schneider: Da erkenne ich keine regionalen Unterschiede. Die Probleme der 20- bis 25-Jährigen, mit denen ich beinahe hauptberuflich umgehe, sind in allen drei deutschsprachigen Ländern die gleichen.
derStandard.at: Gibt es ein österreichisches Deutsch?
Schneider: Naja: Es gibt ja den Paradeiser und so weiter. Das geschriebene Deutsch - von einigen Unterschieden im Wortschatz abgesehen - unterscheidet sich im gesamten deutschen Sprachraum nicht.
derStandard.at: Wäre es notwendig, Kindern eine gewisse Mediengewandtheit beizubringen? Ein Wissen, wie man Medien konsumieren sollte?
Schneider: Wer soll das machen? Das Entscheidende wäre, ein bisschen Misstrauen gegen den Computer. Das Entscheidende wäre, dass es noch Familien gäbe, bei denen man jeden Abend eine Stunde mit den Kindern beim Abendessen sitzt und in der Zeit kein Fernsehapparat oder Computer laufen darf, sondern geplaudert wird.
derStandard.at: Verändert sich die Sprache und das Lesen durch die Verlagerung ins Internet?
Schneider: Ja, insofern als ein sorgfältiger Umgang mit der Sprache immer seltener wird - als es für jeden erlaubt ist, irgendetwas in seinen Computer zu schreiben und das geht dann in die Welt hinaus. Sprachprodukte, die besonders schwach, langweilig oder schlecht sind, in die Welt hinaus zu lassen - das gab es früher nicht.
derStandard.at: Sie sagen, die “Bild”-Zeitung ist ein Beispiel für brillante Sprache…
Schneider: “Brillante” nicht. Nein. Was mich an der “Bild”-Zeitung stört, sind die Stoffe, über die sie schreibt. Ich will niemals etwas über Oliver Pocher und seine Freundin lesen, aber wenn ich davon absehe, bedienen sie sich eines sauberen, gut verständlichen und grammatisch korrekten Deutsch. Es gibt Texte, die könnten genauso gut bei Luther, bei Goethe oder der “Bild”-Zeitung stehen - und das sind dann gute Texte. Sie ringen um den Leser. Wenn sie es als Zeitung fertig bringen, was wir alle wollen, nämlich gelesen zu werden, verdient das auf jeden Fall einmal Respekt. Mit der Qualität dessen, was sie berichten, hat das nichts zu tun.
derStandard.at: Hans Dichand, der Herausgeber der Kronen Zeitung, hat einmal gesagt, man müsse dem Volk ein klein wenig voraus sein, aber nicht zu weit, so dass es noch nachkommt.
Schneider: Wir alle mögen es ja, mit einer Sprache umzugehen, die etwas komplizierter ist, als unsere eigene. Kleine Kinder lieben Gedichte und könnten selbst keine machen. Ob das die Kronen Zeitung schafft, kann ich nicht beurteilen. Ich habe kein starkes Bedürfnis Herrn Dichand nach dem Munde zu reden, aber ich glaube, er hat tendenziell recht.
derStandard.at: Sie waren vorwiegend Print-Journalist und machen jetzt einen Videoblog auf sueddeutsche.de. Nun hat man das Gefühl, immer mehr Printjournalisten lesen Ihre Texte als Videoblog ab. Reicht das - bzw. was macht einen guten Videoblog aus?
Schneider: Ich sehe hier keinen grundsätzlichen Unterschied - sieht man von einer Live-Sendung ab. Wir hören ja immer. Die Schrift ist eine späte Zutat zur Sprache. Wir setzen sie während des Lesens in unserem inneren Ohr um. Man muss immer einfach Sätze liefern, ob für das Reden oder für das Schreiben. Das Nicht-zurück-Hören-Können des Hörers entspricht zu 98 Prozent dem Nicht-zurück-Lesen-Wollen des Lesers. Ich denke doch gar nicht daran, einen Satz in der Zeitung zweimal zu lesen, weil ich ihn nicht verstanden habe. (Saskia Jungnikl, derStandard.at, 6.4.2010)
Zur Person: Wolf Schneider ist Autor zahlreicher Sachbücher (“Deutsch für Profis”, “Deutsch für Kenner”). Er war Korrespondent der “Süddeutschen”, Verlagsleiter des “Stern”, Chefredakteur der “Welt” und langjähriger Leiter der Hamburger Journalistenschule.

Im neuen Werk “Deutsch für junge Profis”, erschienen im Rowohlt-Verlag, verhilft Schneider Bloggern “in 32 kleinen Schritten zum klaren, verständlichen Deutsch”. Im Kapitel “Blogger contra Journalisten” erklärt er, wie Amateurschreiber und Profis voneinander lernen könnten: “die Journalisten etwas lockerer, origineller, unbürokratischer - die Generation Internet drastisch mehr um Sprach-Ökonomie bemüht -, beide verbündet in dem Wissen: Mit links läuft gar nichts, ein bisschen Mühe muss sein, gelesen zu werden ist die Kunst aller Künste.”
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Die Geburt von derStandard.at
“Die Begeisterung für die Möglichkeiten im Netz ist noch immer gleich groß” [28]
derStandard.at wurde 1994 in der Wiener “Bierklinik”
geboren - 16 Jahre später diskutierte sich die gleiche
Beislpartie zurück in die Zukunft des Internets -
Twitter-Ranking
Welche Medien sind bei Nutzern besonders angesehen? [7]
derStandard.at liegt auf Platz 14 noch vor
“Handelsblatt” oder “FTD” - Spiegel Online führt, gefolgt von
heise online -
Im Facebook-Zeitalter “binnen Minuten ein konkretes Bild von Informanten” [26]
“This is South Africa” erklärten
Journalistenschüler der Axel Springer Akademie
ausschließlich mit Quellen aus sozialen Netzwerken - Warum die
Rolle des Torwächters heute nicht mehr möglich ist,
erklärte Crossmedia-Leiter Ansgar Mayer -
Nachrichtenportale in .de
Bild.de überholt “Spiegel Online” [10]
An dritter Stelle folgt die Computerzeitschrift “Chip” mit ihrem Webauftritt “Chip Online” - Den stärksten Zuwachs verbuchte “N24 Online”
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Google News werden auf Interessen abgestimmt
Bisher nur im englischen Sprachraum
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Blogger
Andreas Unterberger schreibt weiter Tagebuch [85]
Online-Plattform wird nach Spendenaufruf fortgesetzt
- Laut Unterberger gibt es 500 Zahler -
derStandard.at-Interview
“Sie schauen gleichzeitig auf uns herab und zu uns auf” [25]
Nicht der Journalismus leidet unter dem Siechtum des
US-Zeitungsmarkts, sagt Dan Froomkin von der “Huffington Post” -
“Gesprächsbedarf”
Deutsche Verleger fordern von Apple Pressefreiheit für das iPad [8]
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Zuwachs
“WirtschaftsBlatt” hat digitale Tochter bekommen [1]
Weiterentwicklung der Geschäftsfelder “Online” und “Mobile” - Gasser: Redaktion bleibt unangetastet
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App
“Spiegel” als iPad-Version teurer als am Kiosk [27]
App kostet 3,99 Euro, die Druckversion 3,80 Euro -
In Österreich wird die App hingegen günstiger sein -
Pulitzer-Preisträgerin
“Der Gegenbeweis dafür, dass im Web nur kurze Artikel gelesen werden” [25]
Pulitzer-Preisträgerin Sheri Fink über die
Hintergründe ihres preisgekrönten Artikels, intensive
Recherchen und die Vorzüge, Journalismus ohne Zeit und
Gelddruck machen zu können -
Jubiläum
“Huffington Post” feiert fünften Geburtstag [14]
Die Website, die als politisches Blog startete, hat
sich zu einer ausgewachsenen Nachrichtenseite entwickelt - Ende des
Jahres wird erstmals Profit erwartet -
derStandard.at-Interview
“Wir hoffen, dass unser System nicht zusammenkracht” [19]
Ressortleiter der “taz” tauschen mit jungen Kollegen
für eine Woche - Chefredakteurin wird Luise Strothmann, die
vor allem auf die Verzahnung von Online und Print setzen will -
Diskussion
Verleger Russ sieht “Schmarotzertum” bei Google [4]
Russ: Größtes Medienunternehmen der Welt
mit null Journalisten - Google-Chef Pall kontert: Keine Werbung auf
Google News -
“Liebe Leute, das habt ihr falsch angefangen” [138]
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derStandard.at-Interview
“Partizipation hat den Journalismus nicht weitergebracht” [20]
Online-Journalismus-Professor Lorenz Lorenz-Meyer
will im Netz Profis miteinander verbinden, um den politischen
Journalismus zu verbessern - Die Mittel hierfür lauten
Vernetzung und Transparenz -
Spendenaufruf 2.0
“Es kommen täglich Zahlungen rein” [333]
Andreas Unterberger will sein Tagebuch mit
User-“Spenden” finanzieren - 400 hat er schon: “Mehr als alle
Online-Experten prophezeit haben” -
derStandard.at-Interview
“Angebot an Leser muss sich radikal verändern” [84]
Alan Rusbridger, Chefredakteur des “Guardian”,
über unsinnige Bezahlschranken, die geänderten Beziehung
zu den Lesern und warum er Mitarbeiter ermutigt, auf Facebook zu
sein -
“Journalism 2020”
Viel stärker mit den Lesern kommunizieren [7]
“Zeit Online”-Chefredakteur Blau:
Bürgerjournalismus oder Blogger nicht minder schätzen -
“Guardian”-Chef Rusbridger: Neue Kommunikationsmöglichkeiten
als Gewinn - Mit Videos -
derStandard.at-Interview
“Eine Community muss man pflegen wie einen Garten” [83]
Jakob Augstein, Verleger des “Freitag”, über
Einbindung der Leser, warum Online kein Geld zu verdienen und das
Print-Geschäftsmodell kaputt ist und über die Hoffnung,
trotzdem damit Geld zu verdienen -
“State of the News Media 2010”
User als Teil des Mediums [8]
Medien müssen das Verhältnis zu ihren Lesern neu definieren - Und neue Kooperationen eingehen
-
Jeff Jarvis im Interview
“Google zu beschuldigen ist kindisch, dumm und selbstmörderisch” [123]
Jeff Jarvis, Journalismusprofessor, Blogger und
Buchautor, über die Ignoranz der Verleger,
Großstädte ohne Zeitungen und die ignorierten
Geschäftsfelder des Journalismus im Netz -
derStandard.at-Interview
“Gemeinsamer Newsroom ist kein Sparprogramm” [7]
Medienberater Andy Kaltenbrunner über die
eierlegende Wollmilchsau, “Content-Maschinisten”, crossmediale
Strategien in der Krise und strukturkonservative Journalisten -
Christoph Keese im Interview
“Bild.de ist eine rühmliche Ausnahme” [42]
Rein über Werbung seien Online-Portale und
Qualitätsjournalismus nicht finanzierbar - Christoph Keese,
“Außenminister” von Axel Springer hofft auf Paid Content -
New Media
Bürgerjournalismus oder Propaganda [1]
Eine Tagung erörterte die Bedeutung der neuen
Medien für NGOs, die Diplomatie und uns alle -
Kommunikationsforscher stehen aber erst am Anfang, die Wirkung von
Twitter, Facebook und Co ist kaum zu erfassen -
Zorn, Palaver, Lügen
Manifeste zum Medienwandel [12]
Manifeste zum zeitgerechten Journalismus fordern mehr Partizipation der Nutzer, bessere Vernetzung, neue Nachrichtenformate und netzadäquate Geschäftsmodelle - Wo stehen wir heute und wo bewegen wir uns hin?
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Rüdiger Ditz im Interview
“Sind erst kurz nach Erfindung des Buchdrucks” [20]
“Spiegel Online”-Chefredakteur über
Print-Online-Vergleiche und warum man auch im Internet gutes Geld
verdienen kann -
In eigener Sache
Paid-Content: Wir tun es nicht [54]
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In eigener Sache
Aus dem “Biotop des Wahnsinns” ;-)
Zum 15. Geburtstag 15 Artikel, Postings und
Werbesujets zum Nachlesen -
Wie gesagt
“Mein Gefühl sagt mir, dass wir alles tun müssen, um Geld einzunehmen”
Zitate über Paid Content, Apples neuen E-Reader
“iPad”, “lousy business” und zehn Dinge, die jeder Journalist 2010
wissen muss -
Hintergrund
2009 punkten Nachrichtenportale mit zweistelligen Zuwachsraten
In Österreich liegt derStandard.at bei den Unique Clients voran - In Deutschland liegt spiegel.de mit 1,3 Milliarden Visits 2009 vorne
-
Ad-Blog
Roland M. Kreutzer: Paid Content durch die Hintertüre?
Hier dazu passend ein etwas wiederholungsreicher Artikel
über wiederholungsreiche Artikel:
http://meinews.niuz.biz/de-t357498.html
“Sprachprodukte, die besonders schwach, langweilig oder schlecht
sind, in die Welt hinaus zu lassen - das gab es früher
nicht.”
doch, unterberger hat früher mit seinen texten schon
zeitungspapier verschmutzt und heute halt das internet.
“früher hätts das net gegeben” stimmt also so nicht,
früher warens halt nur nicht so viele
schmutzfinkerl…
“Besonders schlechte Sprachprodukte” sind nach Ansicht dieses
Herrn nicht verkaufsfördernd?
Da kennt er unser Land nicht, wo die dümmsten Kommentare sich
am besten verkaufen, ob nun Amanda Klachl aus der Kleinen Zeitung,
diverse Schmierzeichnungen und Kommentare von langhaarigen
Alkoholikern und greisen, von Machtgeilheit gezeichneten Bossen in
der Krone usw..
Österreicher erwarten von Zeitungen offenbar weder akkurate
Berichte noch gute Sprache oder erträglichen Humor, sondern
möglichst kurze Sätze, für den Dümmsten
verständliche Schwarzweißmalerei und ein paar Drüsen
auf Seite 3.
und nicht das bisserl unterberger…
… bisschen Misstrauen gegen den Computer.”
Dieses Misstrauen ist leider bei allen Medien angebracht!
denn: es gibt da so ein paar seiten im netz, da sagen ihnen die experten für eigentlich eh alles, wie der hase läuft. egal ob sich um 9/11, die pharmaverschwörung oder die beherrschung der medien (eigentlich der ganzen welt) durch ein paar hundert mann handelt. wirklich. denn diese selbsternannten robin hoods, mahatma gandhis und martin luther kings haben den vollen durchblick *lol*
bitte keine 9/11 diskussion, dann müssten Sie nämlich
architektur bzw. statik studiert haben um mit den zahllosen
architekten von www.ae911truth.org
würdig zu sein.
ps.: aber Sie sind der vor dem pc-hockende, durchblickende experte,
den Sie so oft anprangern.
ein möchtegern “gunkl”…
runterscrollen und genießen.
Der sieht aus wie Blake Carrington.
usw. usw.:”Man muss immer einfach Sätze liefern, ob
für das Reden oder für das Schreiben.”, ” Ich denke doch
gar nicht daran, einen Satz ……… zweimal zu lesen, weil ich
ihn nicht verstanden habe.”
na gut, man kann literatur auch so sehen, und die literaten in der
bildzeitung vermuten.
das betont der Autor auch, (im Buch, das ich gelesen habe) aber um frei improvisieren zu können sollte man die Regeln beherrschen, das ist in der Literatur nicht anders als in der Musik.
Es geht um Zeitungsartikel, nicht um Literatur. Das “in der Zeitung” haben Sie ja schön ausgespart.
das ist ein unterschied zu literatur
Blogs sind ursprünglich “Internet-Tagebücher”. Beinahe etwas Intimes. Da strömen die Worte vom Herzen her in die Tastatur. Oft wunderbar, vor allem Frauen können das. Die selbsternannten Chef-Kommentaren - da führen die Männer - schreiben dagegen meist wirklich unbeholfen, im akademischen Diskutierstil, die Gedanken kaum sortiert, renommiersüchtig. Trotzdem: Blogs brauchen eine persönliche Handschrift. Man will dort Meinungen und Berichte von “echten” Menschen lesen. Ungekünsteltes. P. Krugman schreibt in der NYT und hat eigenen Blog - das sind 2 Welten. Die “Gesprächigkeit” beim Schreiben will aber auch gelernt sein. Schneider’s Basisregeln können viel helfen. Es muss aber noch etwas hinzukommen: Klare Gedanken + Tucholksky vielleicht?
Dass der ‘akademische Diskutierstil’ von Kommentatoren ‘Gedanken kaum sortiert’, die ‘überströmenden Herzen’ von Blogerinnen dies aber schon tun kommt mir allerdings eher unlogisch vor.
… ein Irrtum. Tagebücher und persönliche Briefe schreiben sich fast automatisch gut, wenn der Schreiber wenig überlegt, sondern ganz seinem Erleben folgt. Solche Text sind immer nah am Einfachen, Bildhaften und farbigen, emotionalen Ausdruck. “Chef-Kommentatoren” wollen dagegen überzeugen. Da kommen Folgerichtigkeit der Argumentation, Verständlichkeit etc. ins Spiel. Schreiber, die z.B. auf der direkten emotionalen Ebene Fantastisches zustande bringen, können daher durchaus drastisch versagen, wenn sie einen schlauen “Sachtext” schreiben oder ins journalistische Fach wechseln. Das sind unterschiedliche Disziplinen, und natürlich gibt es gerade in den Blogs jede Menge persönlicher Mischungen. W.S. sagt nur etwas zu den “Journalisten”.
Wir sind eh einer Meinung. Nur könnte man annehmen daß
es eine der Stärken von Kommentatoren wäre ‘Gedanken zu
sortieren’.
Ich hab ja mit Schreiben nichts zu tun. Was unterscheidet etwa
(strukturell) einen Blog von einer täglichen Kolumne? Da kommt
doch der Journalist in etwa auf derselben Schiene daher.
“Die Basis bleibt sich wenigstens dann gleich”
Ein bisserl über-reflexiv, der Herr Sprachkenner. ^^
Hm?
I tät sagen: umgangssprachlich.
Da Bibel und Luther hier in Bezug auf einfache und klare Sprache
empfohlen wird, ein Zitat aus Johannes 17;9-12 (Lutherbibel
1912):
9 Hier ist der Sinn, der zur Weisheit gehört! Die sieben
Häupter sind sieben Berge, auf welchen das Weib sitzt, und
sind sieben Könige.
10 Fünf sind gefallen, und einer ist, und der andere ist noch
nicht gekommen; und wenn er kommt, muß er eine kleine Zeit
bleiben.
11 Und das Tier, das gewesen und ist nicht, das ist der achte und
ist von den sieben und fährt in die Verdammnis.
[Da meine weiteren Kommentare entweder ganz abgelehnt werden oder
länger als eine Stunde zur Freischaltung benötigen,
verzichte ich darauf. Der Text spricht aber für sich.]
Ich empfehle Ihnen, eine andere Übersetzung zu lesen, die sich der heute gängigen Sprache bedient, z.B. “Hoffnung für alle” oder “Gute Nachricht”
Stimmt, da sind schon kleine Unterschiede festzustellen -
wenngleich sich eine noch so gute Übersetzung an diese
kryptische, interpretationsmäßig umstrittene Motivik
halten muss. In “Hoffnung für Alle” liest sich die Passage im
Übrigen so:
9 Um das zu begreifen, ist Weisheit und Verständnis
nötig: Die sieben Köpfe bedeuten sieben Hügel, von
denen aus die Frau ihre Macht ausübt. Zugleich sind sie auch
ein Bild für sieben Könige.
10 Fünf von ihnen sind schon gefallen. Der sechste regiert
jetzt, und der siebte wird noch kommen. Aber seine Regierungszeit
wird nur kurz sein.
11 Das Tier, das früher da war und jetzt nicht da ist, dieses
Tier ist ein achter König; und er gehört zu den sieben
anderen. Auch sein Weg führt in den Untergang.
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