Macht, Einflüsse und Umstände Über Macht und Verhältnisse Es gibt keine ‚Macht der Umstände‘, denn wir sind es, die den Einflüssen die entsprechende Geltung und Wirkung durch die Art unseres Denkens verleihen. Durch die Festlegung unserer Einstellung bewirken wir die Ausrichtung der Umstände. Macht,…
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Märchen von Ludwig Bechstein Es war einmal eine Witwe, die hatte zwei Töchter, eine eigene Tochter und eine Stieftochter; beide hießen Maria. Die eigene Tochter war nicht gut und fromm, dagegen war die Stieftochter ein bescheidenes und braves Mädchen, das aber gar viele Kränkungen und…
Fabel von Aesop In einer Versammlung der Tiere erwarb sich ein Affe großes Ansehen und wurde von ihnen zum König gewählt. Der Fuchs aber beneidete ihn darum. Als der Fuchs sodann in einem Netz ein großes Stück Fleisch hängen sah, führte er den Affen dorthin und sagte, er habe einen Schatz gefunden.…
Geschichte von Kurt Kusenberg Es war eine sehr steife Familie. Vielleicht lag es daran, dass sie sich gleichsam vorschriftsmäßig zusammensetzte: ein Mann, eine Frau, ein Sohn, eine Tochter ach, Unsinn, daran lag es nicht, sondern das Steife steckte ihnen im Blut. Sie lächelten fein, aber sie lachten…
Satire von Kurt Tucholsky Eine Seite des Proletarierschicksals aller Länder wird niemals beschrieben, nämlich die Tragik, die darin liegt, dass der Proletarier nie allein ist. So ist sein Leben: Geboren wird er im Krankenhaus, wo viele Mütter kreißen, oder in einem Zimmer, wo ihn gleich die Familie…
Begründer der Individualpsychologie Alfred Adler (* 7. Februar 1870 in Penzing bei Wien; † 28. Mai 1937 in Aberdeen, Schottland) war ein österreichischer Arzt und Psychotherapeut. Er entstammte einer jüdischen Familie, konvertierte im Jahr 1904 zum Protestantismus und ist der Begründer der…
Sage aus England Robin Hood wurde in einem Dorf in Nottinghamshire geboren. Sein Vater war Förster, und er hatte einen reichen alten Onkel, den Gutsherrn Gamewell, der war ein Bruder seiner Mutter und wohnte etwa zwanzig Meilen weit weg. Als Robin Hood ungefähr dreizehn Jahre alt war, wurde…
Fabel von Aesop Ein Esel diente einst einem Gärtner. Da er wenig zu fressen bekam und viel arbeiten musste, betete er zu Zeus, dass er ihn von dem Gärtner befreie und einem anderen Herrn überlasse. Zeus schickte daraufhin Hermes auf die Erde und ließ dem Gärtner befehlen, den Esel einem Töpfer zu…
Geschichte von Johann Wolfgang von Goethe In Frankreich war ein junger Kaufmannslehrling, Charles C…., der die Frau seines Prinzipals, eines reichen aber bejahrten Kaufmanns, namens D…., heimlich liebte. Tugendhaft und rechtschaffen, wie er die Frau kannte, machte er nicht den mindesten Versuch,…
Geschichte von Gianni Rodari Ein junger Krebs dachte bei sich: „Warum gehen alle Krebse in meiner Familie immer rückwärst? Ich will vorwärts gehen lernen, so wie die Frösche, und mein Krebsschwanz soll mir abfallen, wenn ich es nicht fertigbringe.“ Und heimlich begann er zwischen den großen Steinen…
Valeriana officinalis Neben Kamille, Pfefferminze und Arnika gehört der Baldrian sicherlich zu den bekanntesten Heilpflanzen. Die altbekannte Wirkungen – beruhigend und krampflösend – machte sich schon Hippokrates um 400 v. Chr. zunutze. Berichte über diese Pflanze finden sich bei vielen Autoren,…
Verkehr und Kommunikation Am Südende des Ammersees, wo sich zur Römerzeit die Verbindungsstraße Via Claudia von Italien nach Augsburg sowie die Straße von Kempten nach Salzburg kreuzten, liegt heute eingebettet in das weite Tal der Ammer die Erdfunkstelle Raisting . Dieser im bayerischen…
Fabel von Aesop Oft beschwerte sich der Löwe bei Prometheus; er habe ihn zwar groß und schön erschaffen, auch seine Kiefer mit Zähnen, seine Füße mit Klauen bewehrt und ihn zum stärksten aller Tiere gemacht. »Aber doch,« sprach er, »so gewaltig ich auch bin, habe ich doch Furcht vor dem Hahn.«…
Home » Fabeln » Der Landmann und der Storch Der Landmann und der Storch Fabel von Aesop Ein Landmann stellte den Kranichen Netze und fing unter einer Menge derselben auch einen Storch. Dieser stellte sich lahm, bat um seine Freiheit, berief sich auf seinen guten Ruf und auf sein Verdienst in…
Novelle von Peter Bichsel Ich kannte einen Mann, der wusste den ganzen Fahrplan auswendig, denn das einzige, was ihm Freude machte, waren Eisenbahnen, und er verbrachte seine Zeit auf dem Bahnhof, schaute, wie die Züge ankamen und wie sie weg fuhren. Er bestaunte die Wagen, die Kraft der…
Heilpflanze seit Menschengedenken Seit Menschengedenken wird Beinwell als Heilpflanze benutzt. Schon Paracelsus und die Äbtissin Hildegard von Bingen bedienten sich der Wurzel, um Knochenbrüche, Wunden und Geschwüre zu heilen. Im Dreißigjährigen Krieg benutzten die Landsknechte Beinwell bei Hieb-…
Russische Lebensweisheit Jeder Mensch, ob reich oder arm, angesehen oder gering, soll mit Überlegung leben und seinen Erwerb, seinen Gewinn und seinen Besitz objektiv veranschlagen. Wer eigener Herr ist oder in Diensten steht, soll den Lohn, den er erhält, oder sein Einkommen und seinen Grundbesitz…
Parabel von Johann Gottfried Herder Manche Leute, auch wenn sie viel Geld haben, leiden an Krankheiten, welche nicht in der Luft stecken, sondern in vollen Schüsseln und Gläsern, in weichen Sesseln und Betten, wie folgender Amsterdamer ein Wort davon reden kann. Den ganzen Morgen saß er im…
Fabel von Aesop Ein Hund, der gern Eier schlürfte, riss, als er eine Schnecke mit ihrem rundlichen Schneckenhaus erblickte, blindlings sein Maul auf und verschlang unter erheblichem Würgen das Weichtier samt seinem Haus. Glaubte er doch, es handle sich um ein Ei. Die ungewöhnliche Speise lag ihm nun…
Ein Frosch stritt mit einer Ratte um einen Sumpf. Der Frosch behauptete, dass er das Gewässer mit dem größten Recht besitze; die Ratte hingegen, dass der Sumpf ihr gehöre und dass der Frosch ihr denselben abtreten müsse. Dieser wollte aber nichts davon hören, und so gerieten sie beim Streit hart…
Betrachtung von Johann Wolfgang von Goethe Wenn man Gelb und Blau, welche wir als die ersten und einfachsten Farben ansehen, gleich bei ihrem ersten Erscheinen, auf der ersten Stufe ihrer Wirkung zusammenbringt, so entsteht diejenige Farbe, welche wir Grün nennen. Unser Auge findet in derselben eine…
Novelle von Hermann Hesse Einst wohnte in der Brauergasse ein junger Herr mit Namen Ziegler. Er gehörte zu denen, die uns jeden Tag und immer wieder auf der Straße begegnen und deren Gesichter wir uns nie recht merken können, weil sie alle miteinander dasselbe Gesicht haben: ein Kollektivgesicht.…
Deutscher Universalgelehrter, Theologe, Jurist, Arzt und Philosoph Heinrich Cornelius Agrippa (*14.09.1487 in Köln | +18.02.1353 in Grenoble) war eine typische Gestalt seiner Zeit. Von reicher Herkunft studierte er Jurisprudenz, Theologie und Medizin und vagabundierte als Lehrer, Leibarzt und Soldat…
Gedicht von Walter von der Vogelweide Ich saß auf einem Stein und deckte Bein mit Bein, darauf setzte ich den Ellenbogen, und hatte in meine Hand gezogen mein Kinn und eine Wange. Da dachte ich sorglich lange, weshalb man auf der Welt sollte leben. Ich konnte mir nicht Antwort geben, wie man drei…
Novelle von Wolfgang Altendorf Der Feuerwerker hatte die Bombe entschärft. Er winkte uns, und der Herr Bürgermeister winkte mir, und wir traten nun an das Ungetüm heran. Es lag da in seinem Erdloch, dickbäuchig und verrostet. Die Arbeiter vom Baugeschäft legten die Ketten des Flaschenzuges um die…
Fabel von Aesop – Goldene Regel Ein Fuchs hatte einen Storch zu Gast gebeten, und setzte die leckersten Speisen vor, aber nur auf ganz flachen Schüsseln, aus denen der Storch mit seinem langen Schnabel nichts fressen konnte. Gierig fraß der Fuchs alles allein, obgleich er den Storch unaufhörlich…
Erzählung von Peter Hacks Die ganze Sache begann damit, dass Henriette, die sich eines Nachmittags am Ufer der Schwarze erging, auf einen alten Hut trat, der da im Wegstaub lag. «Hol mich dieser und jener», sagte der Hut; «anstatt auf mir herumzutrampeln wie ein Rindvieh, könntest du mir lieber…
Im Jardin des Plantes – Paris – Rainer Maria Rilke Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so mild geworden, dass er nichts mehr hält. Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt. Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte, der sich im allerkleinsten Kreise dreht,…
Parabel Schmetterling (Meister) „Das Glück ist manchmal wie ein Schmetterling. Jage ihm nach, und er entwischt dir.“ „Setze dich still hin, und er setzt sich auf deine Schulter.“ (Schüler) „Was soll ich also tun, um das Glück zu erlangen?“ „Aber gibt es wirklich nichts, was ich tun kann?“ (Meister)…
Arabisches Sprichwort Willst Du Dein Land verändern, verändere Deine Stadt. Willst Du Deine Stadt verändern, verändere Deine Straße. Willst Du Deine Straße verändern, verändere Dein Haus. Willst Du Dein Haus verändern, verändere Dich selbst. Arabisches Sprichwort Eine Veränderung herbeiführen Ihre…
Sage aus Deutschland Im Jahre 1284 ließ sich in Hameln ein sonderbarer Mann sehen. Er trug einen Rock von vielfarbigem, buntem Tuch, weswegen er Bundting geheißen haben soll, und gab sich für einen Rattenfänger aus. Er versprach für einen bestimmten Lohn die Stadt von allen Ratten und Mäusen zu…
Fabel von Gotthold Ephraim Lessing Ein Mann, der das Namenregister der Natur vollkommen innehatte, jede Pflanze und jedes dieser Pflanze eigenes Insekt nennen konnte und das auf mehr als eine Art zu nennen wusste, der den ganzen Tag Steine auflas, Schmetterlingen nachlief und seine Beute mit einer…
Fabel von Aesop Ein vor Jägern fliehender Fuchs fand, nachdem er lange in der Wildnis herumgelaufen war, endlich einen Waldarbeiter und bat denselben inständig, ihn doch bei sich zu verbergen. Dieser zeigte ihm seine Hütte, worauf der Fuchs hinein ging und sich in einem Winkel versteckte. Als die…
Geschichte von Paul Maar Ich will von einem Mann erzählen, der immer sehr pünktlich war. Er hieß Wilfried Kalk und war noch nie in seinem Leben zu spät gekommen. Nie zu spät in den Kindergarten, nie zu spät zur Schule, nie zu spät zur Arbeit, nie zu spät zum Zug. Der Mann war sehr stolz darauf.…
Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe In Gesellschaft Ein Meister einer ländlichen Schule Erhob sich einst von seinem Stuhle, Und hatte fest sich vorgenommen In bessere Gesellschaft zu kommen; Deswegen er, im nahen Bad, In den sogenannten Salon eintrat. Verblüfft war er gleich an der Tür, Als…
Satire – Sehr frei nach Kurt Tucholsky Wie wäre es, wenn man einmal den dämlichen kleinen Trick aus unseren Politik entfernte, der darin besteht, jeder Partei in Deutschland vorzuwerfen, sie betreibe populistische Parteiwirtschaft –? Ja, was soll sie denn eigentlich sonst betreiben –? Das Wohl der…
Fabel von Aesop Der Löwe und der Esel schlossen ein Bündnis und gingen miteinander auf die Jagd. Zufällig kamen sie zu einer Höhle, in welcher wilde Ziegen waren. Da beschlossen sie, dass der Esel in die Höhle treten und ein Geschrei machen solle, um die Ziegen zu erschrecken, damit sie aus der…
Schwarzhaupt – Tschechischer Drucker und Verleger Georg Melantrich von Aventin (tschechisch Jiří Melantrich z Aventina | * um 1511 in Rožďalovice; † 19. November 1580 in Prag) war ein tschechischer Drucker und Verleger. Sein ursprünglicher Name lautete Jiřík Černý. Die Grundlage seines Geschäfts war…
Parabel aus dem Orient Ein Mann fing mit List und einer Falle einen kleinen Vogel und hielt ihn fest in seiner Hand. Da sagte der Vogel zu ihm: „Oh edler Herr, du hast in deinem Leben schon viele Ochsen und Schafe gegessen und auch Kamele geopfert; du bist aber niemals davon satt geworden, und ich…
Ballade von Heinrich Heine Es war ein alter König, Sein Herz war schwer, Sein Haupt war grau; Der arme alte König, Er nahm eine junge Frau. Es war ein schöner Page, Blond war sein Haupt, Leicht war sein Sinn; Er trug die seidene Schleppe Der jungen Königin. Kennst du das alte Lied? Es klingt so süß,…
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